Physiotherapie in Witten seit 1977
                                                         Physiotherapie in Witten seit 1977

Wissenswertes aus Forschung & Wissenschaft

Impingement-Syndrom: Physiotherapie ebenso effektiv wie OP

Die sowohl im britischen Ärzteblatt BMJ veröffentlichte CSAW-Studie ("Can Shoulder Arthroscopy Work?) als auch die in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" erschienene FIMPACT-Studie ("Finnisch Shoulder Impingement Arthroscopy Controlled Trial") haben den Nutzen der Standard- Operation (subacromiale Dekompression) in Zweifel gezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein solcher Eingriff im Vergleich zu einer physiotherapeutischen Behandlung die Symptome der PatientInnen nicht wesentlich verbessert. Die Autoren der Studien fordern eine Aktualisierung der Leitlininen zugunsten der nicht-operativen Methoden.

 

Literatur: www.bmj.com Suchbegriff: Can Shoulder Arthroscopy Work? und www.thelancet.com Suchbegriff: Finnish Shoulder Impingement Arthroscopy Controlled

MRT: reine Interpretationssache!

Eine Studie die das Team um Richard Herzog vom Hospital for Special Surgery in New York  in einer der renommiertesten Fachzeitungen, das Spine Journal im Jahr 2017 veröffentlicht, zeigt eine erschreckende radiologische Bandbreite der MRT-Befunde. Eine 63-jährige Frau mit Rückenschmerzen und der gesicherten Diagnose "Radikulopathie der Nervenwurzel L5" wurde zu zehn verschiedenen Radiologie-Instituten geschickt. Im weiteren Studienverlauf wurden die Befunde und Diagnosen der zehn Institute miteinander verglichen. Insgesamt wurden 49 unterschiedliche Befunde und Diagnosen bezüglich der Probleme der Patientin gestellt.

 

Diese Studie zeigt einmal mehr, dass unabhängig von der MRT-Diagnose eine fundierte Befragung und eine körperliche Untersuchung mit Wiederbefund unumgänglich sind. Da es sonst zu einer verheerenden Wirkung für klinische Entscheidungen in Bezug auf die Prognose des Patienten und adäquate Behandlungsmaßnahmen kommen kann. Richtungsweisend muss das klinische Bild sein. Spine J 2017; 17: 554-561 

 

Literatur: Der Schmerzpatient 2018; 1

Die spezialisierte Physiotherapie bei Parkinson 

Die im niederländischen Netzwerk für Morbus Parkinson (Parkinson-NET) publizierten Ergebnisse zur Wirksamkeit und Kosteneffektivität zeigten, dass mit einer spezialisierten physiotherapeutischen Therapie deutlich weniger Komplikationen wie zum Beispiel Arzt- oder Krankenhausbesuche aufgrund von Knochenbrüchen, orthopädischen Problemen oder Entzündungen der Atemwege auftraten.  

 

Literatur

Ypinga JHL, et al. 2017. Effectiveness and costs of specialised physiotherapy given via ParkinsonNet: a retrospective analysis of medical claims data. lancet Neurol. Dec 12.

Physiotherapie statt Arthroskopie

" Das British Medical Journal, eine der führenden medizinischen Zeitschriften weltweit, bat 18 Experten um die Klärung der Frage, ob eine Arthroskopie bei Kniebeschwerden sinnvoll ist. Das internationale Gremium bestand u.a. aus Wissenschaftlern, Orthopäden und Physiotherapeuten. Hintergrund waren 13 aktuelle Studien, die sich eher gegen eine Arthroskopie aussprachen. Im Fokus standen hierbei Patienten mit beginnender oder manifester Arthrose, Meniskusbeschwerden oder akuten Knieschmerzen.

Die Kommission sprach sich auf Basis der aktuellen Untersuchungen eindeutig gegen eine Operation bei den angeführten Pathologien aus. Stattdessen sollten im Rahmen der medizinischen Trainingstherapie aktive Übungen zum Einsatz kommen."                                     

Literatur

Der Schmerzpatient 2018; 1

"Bewegung ist das Beste Schmerzmittel der Welt"  (Adriaan Louw 2016)

Janal et al. fanden heraus, dass ein Läufer bei einer zurückgelegten Distanz von 7 Kilometern, eine Endophin-Freisetzung von 10 mg hat.

Endporphine sind in unserem Körper unter anderem für das "Glücklichsein", emotionale Situationen und Schmerzemfindungen verantwortlich. Unsere Therapeutinnen legen großen Wert auf Ihr Bewegungsbedürfnis und dieses zu fördern. Ein spezielles Bewegungsprogramm als Heimübung ist in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zu den Therapiesitzungen.

 

Literatur

Janal et al. Pain sensitivity, Mood and Plasma endocrine level in man following long-distance running: effects naloxone. Pain. 1984;(1):13-25.

Vojta Therapie ist Effektiver als die osteopathische Behandlung, das NDT-Konzept

 

Die spezialisierte Physiotherapie bei Säuglingen mit Kopfdeformitäten, Schiefhals und Skoliosen sollte frühzeitig eingesetzt werden. In einer randomisierten kontrollierten Studie mit hoher methodischer Qualität von Prof. Dr. Michael Jung et al. wurde die Frage aufgestellt, ob die Vojta Therapie effektiver ist als das osteopathische Behandlungskonzept NDT (Neurodevelopmental Treatment). Es wurden 37 Säuglinge mit Infantilen Haltungsasymmetrien (Frühkindliche Haltungsschäden) in zwei Gruppen aufgeteilt und in der Studie beurteilt. Das Ergebniss war eindeutig, in beiden Gruppen wurden relevante Verbesserungen bezogen auf die Haltungsschäden der Säuglinge erreicht. Jedoch war der Effekt auf die Zeit betrachtet in der Vojta Gruppe signifikant größer als in der Gruppe mit dem osteopathischen Ansatz. Quelle: PT Oktober 2017

 

Literatur

Jung, Michael Wilhelm; Landenberger, Margarete; Jung, Tatjana; Lindenthal, Thorsten; Philippi, Heike (2017):
Vojta therapy and neurodevelopmental treatment in children with infantile postural asymmetry. A randomised controlled trial.
In: Journal of Physical Therapy Science 29 (2), S. 301–306. DOI: 10.1589/jpts.29.301

 

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